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Wildschwein (Sus scrofa) in Baden-Württemberg

Foto: E. Marek

Bestandsstatus: nicht gefährdet
Bestandstrend: deutliche Zunahme
Gewicht: männlich: 60 - 153 kg, weiblich: 45 - 128 kg
Kopf-Rumpf-Länge: männlich: 139 - 178 cm, weiblich: 131 - 167 cm
Schulterhöhe: männlich: 75 - 115 cm, weiblich:60 - 105 cm
Anzahl Junge: 3 - 8
Paarungszeit: meist November - Januar, aber im Unterschied zu anderen Huftieren ganzjährig fortpflanzungsfähig
Setzzeit: i.d.R. Februar - April, aber auch ganzjährig
Lebensweise: natürlicherweise tagaktiv, aber durch menschliche Verfolgung heute überwiegend nachtaktiv, lebt in Rotten unter Führung einer alten Bache (Matriachat), adulte Keiler leben i.d.R. solitär
Lebensraum: Kulturland, Wald, dringt zunehmend in den menschlichen Siedlungsbereich
Nahrung: Allesfresser, aber vorwiegend pflanzlich

 

Das Wildschwein, aufgrund seiner dunklen Färbung auch als Schwarzwild bezeichnet, ist die Stammform aller Hausschweinrassen. Kreuzungen zwischen Wild- und Hausschwein ergeben fruchtbare Nachkommen. Der anpassungsfähige und intelligente Allesfresser ist seit altersher als Verursacher von Wildschäden in der Landwirtschaft berüchtigt. Wildschweine besiedeln nahezu alle Gebiete außer der Wüste und dem Hochgebirge (> 60cm Dauerschneedecke). Als Kulturfolger dringt es in jüngster Zeit verstärkt auch in den städtischen Bereich vor (z.B. Großraum Stuttgart). Der Schwarzwildbestand hat in den letzten Jahrzehnten erheblich zugenommen - nicht nur bei uns, sondern europaweit. In Baden-Württemberg hat sich die Zahl der erlegten Wildschweine innerhalb der letzten 60 Jahre etwa verhundertfacht. Entscheidend für das Populationswachstum sind milde Winter und die Verbesserung des Nahrungsangebots, z.B. Zunahme des Maisanbaus in der Landwirtschaft, häufigere Eichel- und Buchenmast im Wald aufgrund von Immissionsschäden („Notfruktifikation") sowie verstärkter Einsatz von Lockfutter („Kirrung", i.d.R. Mais) bei der Jagd. Ein nicht unbedeutender Teil der Bestandszunahme ist aber auch darauf zurückzuführen, dass diese Wildart sich Lebensräume zurückerobert hat, in denen sie in vorausgegangenen Jahrhunderten durch erbarmungslose Verfolgung nahezu oder vollständig ausgerottet wurde.

     Zur Entwicklung der Jagdstrecke und zur Verbreitung siehe Jagdbericht Baden-Württemberg


Siehe auch:

Informationen zur Afrikanischen Schweinepest

   Merkblatt zur Beprobung von Wildschweinen auf Scheinepest: 
Merkblatt MLR (800 KB)

   Wildforschung in Baden-Württemberg Band 11: 
Tagungsband Schwarzwildseminar (4 MB)

 Wildforschung in Baden-Württemberg Band 10: 
Tagungsband Schwarzwildseminar (4 MB)

 Wildforschung in Baden-Württemberg Band 9: 
Tagungsband Fachseminar Schwarzwild (1,6 MB)

 Wildforschung in Baden-Württemberg Band 7: 
Tagungsband Fachseminar Schwarzwildbewirtschaftung (810 KB)

 WFS-Mitteilung 2/2005: Aufwand und Erfolg der Schwarzwildbejagung in einem stadtnahen Gebiet (70 KB)

 WFS-Mitteilung 6/2004: Mit Kalk gegen Schwarzwildschäden (100 KB)

 WFS-Mitteilung 3/2003: Ergebnisse einer landesweiten Befragung der Wildschadensschätzer (55 KB)
 WFS-Mitteilung 1/2002: Schwarzwildschäden an landwirtschaftlichen Kulturen in Baden-Württemberg im Jagdjahr 2000/2001 (47 KB)
 WFS-Mitteilung 4/2001: Ergebnisse einer landesweiten Befragung zur Schwarzwildbewirtschaftung (44 KB)
 WFS-Mitteilung 3/2001: Schwarzwildprojekt der Wildforschungsstelle in Baden-Württemberg (235 KB)
 WFS-Mitteilung 1/1999: Bejagung des Schwarzwildes in von Wildschweinepest betroffenen Gebieten (43 KB)
 WFS-Mitteilung 1/1997: Zur Situation des Schwarzwildes in Baden-Württemberg (484 KB)

 

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