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Wildkaninchen (Oryctolagus cuniculus) in Baden-Württemberg

Foto: E. Marek

Bestandsstatus: nicht gefährdet
Bestandstrend: zyklisch schwankend
Gewicht: 1,5 - 2 kg
Kopf-Rumpf-Länge: 40 - 45 cm
Anzahl Junge: 3 - 4 Würfe, pro Wurf 3 - 8 Nachkommen
Paarungszeit: Februar - August
Setzzeit: März - September
Lebensweise: überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv, bildet Kolonien, gräbt Wohnbaue und Satzröhren
Lebensraum: bevorzugt hügeliges Gelände mit grasigen Parzellen und Gebüsch auf sandigen Böden; an Waldrändern, Hecken, Dämmen, Böschungen; auch in Gärten und Parkanlagen
Nahrung: Gräser, Kräuter, Wurzeln, im Winter auch Rinde

 

Zwischeneiszeitlich war das Wildkaninchen in Europa weit verbreitet, aber nach der letzten Eiszeit ist es auf Spanien, die Balearen und die Atlasländer beschränkt geblieben. Seit dem Altertum hat der Mensch jedoch zahme und wilde Kaninchen in weite Teile der Welt gebracht. Die ersten urkundlich belegten Kaninchen wurden 1149 nach Deutschland eingeführt. Das Wildkaninchen hat sich seitdem schnell und vollständig wieder in die einheimische Fauna integriert. Ökologische Schäden sind ausgeblieben. Niemand stellt daher heute die Existenzberechtigung dieser Art bei uns in Frage.

Das Wildkaninchen lebt sozial. Die Gruppenterritorien bestehen aus mehreren Männchen und Weibchen. Innerhalb der Gruppe gibt es eine strenge Rangordnung. Soziales Zentrum der Kolonie ist ein größerer Erdbau mit mehreren Röhren. Die Jungen werden meist in separaten, blind endenden Einzelröhren (Satzröhren) zur Welt gebracht. Im Unterschied zum Feldhasen sind die Jungen bei der Geburt nackt und blind.

Das Wildkaninchen liebt die milderen Klimazonen. Kalte und schneereiche Winter verträgt es nicht. Schwere, staunasse und steinige Böden werden gemieden. Es kommt daher in Baden-Württemberg nur regional begrenzt vor.

Das Wildkaninchen hat ein hohes Fortpflanzungspotential. Entsprechend rasch kann es sich vermehren. Aber es ist auch anfällig gegenüber verschiedenen Erkrankungen, die seuchenartiges Ausmaß annehmen können. Kokzidiose, vor allem aber die Myxomatose und die seit 1988 in ganz Europa festzustellende hämorrhagische Kaninchenkrankeit (RHD, akute Virusinfektion) können große Verluste verursachen. Starke Bestandsschwankungen sind die Folge.


     Zur Entwicklung der Jagdstrecke und zur Verbreitung siehe Jagdbericht Baden-Württemberg


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