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Die Stockente (Anas platyrhynchos) in Baden-Württemberg

 

 

 

Bestandsstatus:

nicht gefährdet

Bestandstrend:

stabil

Gewicht:

850 - 1.500 g

Maße:

Länge: 50 - 60 cm, Spannweite: 81 - 95 cm

Gelegegröße:

7 - 13

Paarungszeit:

Paarbildung schon ab Herbst, monogame Saisonehe, bei halbzahmen oder Standvögeln Tendenz zur Wiederverpaarung

Brutzeit:

März bis Juni

Lebensweise:

tag- und nachtaktiv, abends oft Nahrungsflüge an Land, lebt größten Teil des Jahres gesellig, Revierverhalten nur zur Brutzeit

Lebensraum:

sehr anpassungsfähig, brütet an Gewässern aller Art, in den Alpen Brutplätze bis 2.000m, häufig auch auf Parkgewässern in der Stadt

Nahrung:

Allesfresser, Pflanzen, Sämereien, Insektenlarven, Weichtiere, Getreide, in der Stadt häufig auch Brot aus der Fütterung

 

Die Stockente gilt als die Wildente schlechthin. Die Stammform unserer Hausente ist die am weitesten verbreitete Gründelente der Welt. Aufgrund ihrer ausgesprochenen Anpassungsfähigkeit ist sie auch die häufigste Ente im menschlichen Siedlungsbereich, wo sie selbst in Blumenkästen oder auf Dachterassen weit entfernt vom Wasser brüten kann. Als Adaption an ihre besonderen Lebensbedingungen haben die meist futterzahmen urbanen Stockenten wie auch andere in der Stadt lebende Wildtiere (Fuchs, Wildschwein) ihre Scheu vor dem Menschen abgelegt.

Dagegen halten nicht vom Menschen gefütterte und außerhalb des Siedlungsbereichs brütende Stockenten nach einer Untersuchung der Wildforschungsstelle relativ große Fluchtdistanzen (Median 117m) gegenüber menschlicher Annäherung ein, und zwar unabhängig davon, ob dort gejagt wird oder nicht. Bei dieser Studie an einem bedeutenden Schnatterentenrastplatz konnten keine Belege für die Hypothese gefunden werden, dass Wasservögel durch die Entenjagd generell scheuer werden. Bei einer Schußintensität, die repräsentativ für die durchschnittliche Entenjagd in Baden-Württemberg ist (25-100 Schuss pro Jahr), konnte weder ein Einfluss auf den Rastbestand der Schnatterente noch auf das Fluchtverhalten der Wasservögel festgestellt werden. Auch nach fünfjähriger Jagdruhe hatten sich die Fluchtdistanzen gegenüber den Jahren mit Entenjagd nicht verringert (Rohrsee).

Die an fast jedem Gewässer verbreitete Stockente ist jagdlich die mit Abstand bedeutendste Art. Im Mittel machen Stockenten mehr als 90% der Gesamtentenstrecke in Baden-Württemberg aus. Verwilderte Hausenten können mit ihrer Stammform, der Stockente, hybridisieren und fruchtbare Nachkommen erzeugen, die durch weitere Fortpflanzung eine Vielzahl von Abstufungen beim Phäno- wie Genotyp produzieren. Hybride zwischen Haus- und Wildenten sind insbesondere bei gefütterten Stockenten an Stadtgewässern zu finden. Auf Parkteichen im Großraum Stuttgart liegt der Anteil auffällig gefärbter Hybriden unter den futterzahmen Stockenten bei 11%.

     Zur Entwicklung der Jagdstrecke und zur Verbreitung siehe Jagdbericht Baden-Württemberg

Literatur:
BEZZEL, E., 1985: Kompendium der Vögel Mitteleuropas, Nichtsingvögel, Aula Verlag.
LINDEROTH, P, 2007: Der Einfluss extensiver Jagd auf den Wasservogelbestand an einem Rastplatz der Schnatterente in Süddeutschland, Wildforschung in Baden-Württemberg, Bd. 6.
RANDLER, C, 1994: Hybrideinfluß von Hausenten und Zuchtformen bei semidomestizierten Stockenten – eine Studie aus dem Großraum Stuttgart. Orn. Anz. 33: 31-35.



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