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Die Ringeltaube (Columba palumbus) in Baden-Württemberg

 

 

 

Bestandsstatus:

nicht gefährdet

Bestandstrend:

Zunahme

Gewicht:

300 - 600 g

Maße

Länge: 38 - 43 cm, Spannweite: 68 - 77 cm

Gelegegröße:

in der Regel 2

Paarungszeit:

Reviergründung durch Tauber im März, bei Stadtpopulationen häufig schon im Winter

Brutzeit:

(März) April/Mai bis August/September (November), häufig 2, vereinzelt auch 3 Jahresbruten

Lebensweise:

tagaktiv, territorial während Brutzeit, außerhalb Brutzeit meist sehr gesellig und große Schwärme bis >1000 bildend

Lebensraum:

Wälder bis zur Baumgrenze, Feldgehölze, Parks, Gärten, heute auch häufig in der Stadt

Nahrung:

überwiegend vegetarisch, Eicheln, Bucheckern, Getreidesamen, Beeren, Früchte, in der Stadt auch Brot, kann erhebliche Schäden in der Landwirtschaft (Gemüseanbau, Lagergetreide) verursachen

 

Die Ringeltaube ist die größte und häufigste bei uns vorkommende Taubenart. Trotz starker Bejagung hat sich ihr Bestand in Mitteleuropa im Laufe des 20. Jahrhunderts deutlich vergrößert. Seit den 1970er Jahren ist zudem eine kontinuierliche Zunahme und Ausbreitung in Städten festzustellen. Obwohl die Art dort einem starken Prädationseinfluss durch den Steinmarder unterliegt, scheinen die Vorteile in der Stadt (höheres Nahrungsangebot im Winter u.a. durch Vogelfütterung, warmes Stadtklima ermöglicht früheren Brutbeginn/Winterbruten) zu überwiegen. Die Ringeltaube hat wie auch andere samenfressende Vogelarten vom zunehmenden Nahrungsangebot im Wald (stärkere und häufigere Baummasten) profitiert.

 

Ringeltauben suchen ihre Nahrung meist am Boden, sitzen sonst aber gerne versteckt in Baumkronen. Sie übernachten an gemeinsamen Schlafplätzen in Bäumen. Ihr Sehvermögen („Tauben haben auf jeder Feder ein Auge“) ist sprichwörtlich gut. Charakteristisch für die Ringeltaube ist ein markant klatschender Flügelschlag beim Auffliegen. In Baden-Württemberg ist die Art als Brutvogel überall verbreitet (geschätzter Brutbestand lt. Roter Liste ca. 80.000-100.000 BP). Außerhalb der Brutzeit kommt die Art bei der Nahrungssuche bei uns überwiegend in kleineren Trupps bis 10 Ind. oder in kleineren Flügen bis 100 Ind vor. Wesentlich größere Schwärme mit bis zu 10.000 Tauben fallen in den Gemüseanbaugebieten von NRW oder Niedersachsen ein und verursachen dementsprechend gravierende Wildschäden. Aufgrund der großen Vorkommen werden in diesen beiden Bundesländern auch die meisten Tauben geschossen (etwa 90% der bundesdeutschen Ringeltaubenstrecke).

 

Da die Bejagung von Vögeln während der Brutzeit nach der EG-Vogelschutzrichtlinie verboten ist, wurde 2002 die Jagdzeit für die Ringeltaube in Baden-Württemberg deutlich verkürzt (neue Jagdzeit vom 1.11. bis 20.2.). Die bis dahin verbreitete Sommerbejagung auf feldernde Ringeltauben ist dadurch entfallen, was zu einer Halbierung der Strecke geführt hat.

     Zur Entwicklung der Jagdstrecke und zur Verbreitung siehe Jagdbericht Baden-Württemberg

Literatur:
Bezzel, E, 1985: Kompendium der Vögel Mitteleuropas, Nichtsingvögel, Aula Verlag Wiesbaden.
Gatter, W, 2000: Vogelzug und Vogelbestände in Mitteleuropa, Aula Verlag.
Hölzinger, J, Bauer, H G, Berthold, P, Boschert, M & Mahler, U, 2007: Rote Liste der Brutvogelarten Baden-Württembergs, Stand 31.12.2004, LUBW (Hrsg) Karlsruhe.
Sudfeldt, C, Dröschmeider, R, Frederking, W, Gedeon, K, Gerlach, B, Karthäuser, J, Langgemach, T, Schuster, B, Trautmann, S & Wahl, J, 2013: Vögel in Deutschland 2013, DDA, BfN, LAG VSW, Münster.



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