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Das Rebhuhn (Perdix perdix) in Baden-Württemberg

 

Rebhuhn

 

Bestandsstatus:

stark gefährdet

Bestandstrend:

langfristige Abnahme

Gewicht:

350 - 450 g

Maße:

Länge: 29 - 31 cm

Gelegegröße:

8 - 24 (Mittel 12)

Paarungszeit:

Balz ab Mitte März

Brutzeit:

April bis Juni, bei Gelegeverlust Nachgelege auch später

Lebensweise:

Standvogel, außerhalb der Brutzeit gesellig in Ketten bis 20 Individuen

Lebensraum:

kleinflächig gegliederte, trockenwarme Offenlandschaften mit ausreichenden Deckungsstrukturen

Nahrung:

überwiegend pflanzlich, z.B. grüne Pflanzenteile und Sämereien von Gräsern und Kräutern, aber auch tierische Kost, Insekten sind in den ersten beiden Lebenswochen als Kükennahrung überlebenswichtig

Rebhühner leben außerhalb der Brutzeit gesellig in Familienverbänden („Ketten“), die bis zur nächsten Paarbildung zusammen bleiben. Im Winter bei starken Schneefall lassen sich die Ketten einschneien. Der Aktionsradius des ausschließlich am Boden lebenden Feldhuhns ist gering. Es flieht i.d.R. zu Fuß. Wird es überrascht, fliegt es mit lauten Flügelschlägen auf und verstreicht kurze Distanzen bis zur nächsten Deckung.

In den 1960er Jahren war das Rebhuhn als Bewohner der kleinstrukturierten Kulturlandschaft bei uns noch weit verbreitet. Mit zunehmender Intensivierung und Mechanisierung der Landwirtschaft setzte ab den 1970er Jahren europaweit ein starker Rückgang ein, der lokal und regional bis zum Verschwinden der Art geführt hat. Als Hauptursache gilt der Lebensraumverlust in der Feldflur, u.a. durch die Vergrößerung der Schlagflächen und den Wegfall von Brachflächen und deckungs- und nahrungsreichen Randlinienstrukturen. So hat sich z.B. die Maisanbaufläche in Baden-Württemberg von 1960 bis 2008 von 15.000ha auf 160.000ha mehr als verzehnfacht. Zum Boom großer Maismonokulturen beigetragen hat auch der aus umweltpolitischen Gründen in den letzten Jahren stark subventionierte Anbau regenerativer Energien, denn als Energielieferant für die Biogasanlagen wird i.d.R. Mais benutzt. Da Maisflächen als Lebensraum für das stark gefährdete Rebhuhn ungeeignet sind, ist der zunehmende Flächenbedarf zur Biomasseherstellung für Biogasanlagen mit einem Habitatverlust für das stark gefährdete Rebhuhn (und andere Offenlandbewohner) verbunden.

Das Rebhuhn unterliegt dem Jagdrecht, hat aber seit 2015 keine Jagdzeit mehr und wurde bei der Novelle des JWMG in die Schale Schutzmanagement eingeordnet. In einem Projekt der WFS sollen in einer „Allianz für Niederwild“ (WFS-Mitteilung 2/2016) verschiedener Akteure (u.a. Landwirtschaft, Jägerschaft, Landschaftserhaltungsverbände) die Lebensräume des Rebhuhns verbessert werden.

  Zur Entwicklung der Jagdstrecke und zur Verbreitung siehe Jagdbericht Baden-Württemberg

 Siehe auch:

  WFS-Mitteilung 2/2010: Rebhuhnbestand in Baden-Württemberg (Stand Frühjahr 2009) 

Literatur:
Bezzel, E, 1985: Kompendium der Vögel Mitteleuropas, Nichtsingvögel, Aula Verlag, Wiesbaden
Pegel, M, 2010: Rebhuhnbestand in Baden-Württemberg, WFS Mitteilung 2/2010

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