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Damwild (Dama dama) in Baden-Württemberg

Foto: E. Marek

Bestandsstatus: gesichert
Bestandstrend: gleichbleibend
Gewicht: bis 125 kg
Kopf- Rumpf-Länge: 130 - 150 cm
Schulterhöhe: 85 - 110 cm
Anzahl Junge: 1, selten 2
Paarungszeit: Oktober / November
Setzzeit: Juni
Lebensweise: gesellig in Rudeln, während des Geweihwechsels bilden sich Hirschrudel
Lebensraum: Lichte Laub- und Mischwälder, durchsetzt mit Feldern und Wiesen
Nahrung: Pflanzenfresser, Gräser und Kräuter, jedoch auch Bucheckern, Eicheln und Wurzelknollen

 

Nach fossilen Funden in der Oberrheinebene bei Brühl kam der Damhirsch im letzten Interglacial vor ca. 125.000 Jahren in Baden-Württemberg vor. Nach der letzten Eiszeit aus Mitteleuropa auf Rückzugsareale in Kleinasien verdrängt, wurde er von den Römern als kultisches Opfertier wieder nach Deutschland eingeführt. Größere Verbreitung erfuhr der Damhirsch aber erst ab dem 16. Jahrhundert, als er als Gatterwild beim Adel in Mode kam. Erste Hinweise auf Damwild in Baden-Württemberg liegen aus der Zeit von Herzog Christoph (1550 - 1568) vor, der im Tierpark Urach "Dehm" hielt. Über die Herkunft der Tiere ist nichts bekannt. In der Folgezeit wurden verschiedene Gattervorkommen gegründet, u.a. in Grafeneck, im Favoritepark, im Karlsruher Hardtwald, im Wildpark Duttenstein und bei Immendingen. In freie Wildbahn gelangte das Damwild erst im Laufe des 20. Jahrhunderts. Die meisten Gatter wurden in den Kriegswirren zum Ende des 1. oder 2. Weltkriegs geöffnet.

Baden-Württemberg gehört zu den Bundesländern mit dem wenigsten Damwild und beherbergt nur gut 1 % des deutschen Gesamtbestandes. Die Einbürgerungswelle des Damwilds ging an Baden-Württemberg weitestgehend vorbei, da der Rothirsch früher bei uns überall verbreitet war und diese Art größere jagdliche Wertschätzung genoß als der Damhirsch.

Freilebendes Damwild ist heute im wesentlichen auf 7 kleine, isolierte Vorkommen beschränkt. Eine planmäßige jagdliche Bewirtschaftung setzt ausreichende Bestandeshöhen voraus. Dies ist jedoch nur bei vier Vorkommen gegeben: im Staatswald Karlsruhe Hardt, in der Damwildhegegemeinschaft Hohenlohekreis / Kreis Schwäbisch Hall, im Damwildring der Kreise Tuttlingen / Schwarzwald-Baar ("Unterhölzer Wald" / "Geisinger Berge") sowie auf dem Bodanrück. Die übrigen Bestände liegen zum Teil weit unter 50 Stück. Hierbei besteht der Trend zur Bestandsauflösung.

Nach aufsummierter Einschätzung Ortskundiger liegt der Frühjahrsbestand freilebenden Damwildes in Baden-Württemberg bei ca. 1.000 Stück.



     Zur Entwicklung der Jagdstrecke und zur Verbreitung siehe Jagdbericht Baden-Württemberg



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