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Der Dachs (Meles meles) in Baden-Württemberg

Foto: E. Marek

Bestandsstatus: nicht gefährdet
Bestandstrend: zunehmend
Gewicht: im Herbst durchschnittlich 10 - 15 kg
Kopf-Rumpf-Länge: bis 90 cm
Anzahl Junge: 1 - 5, im Mittel 2 - 3
Paarungszeit: Februar bis Oktober, jedoch Keimruhe bis Dezember
Setzzeit: Ende Januar bis März
Lebensweise: überwiegend dämmerungs- und nachtaktiv, gräbt große unterirdische Baue, Nahrungssuche oberirdisch, hält Winterruhe, die aber häufig unterbrochen wird
Lebensraum: bevorzugt grenzlinienreiche Landschaft mit Wald, Ackerland, Grünland; Bauanlage in der Regel im Wald
Nahrung: Allesfresser; pflanzliche Bestandteile und Regenwürmer haben großen Anteil

Der Dachs hatte ein Bestandstief Ende der 1960er, Anfang der 1970er Jahre. Er litt unter der Tollwut. Durch die im Rahmen der Tollwutbekämpfung beim Fuchs von 1963 bis 1973 landesweit durchgeführten Baubegasungen wurde der Dachsbestand erheblich reduziert. Bedingt durch eine wesentlich geringere Fortpflanzungsrate als beim Fuchs (Geschlechtsreife erst im 2. Lebensjahr, geringe Anzahl von Jungen) erholte sich der Dachs nur langsam. Inzwischen hat er aber sein Bestandstief überwunden.

Nach landesweiten Erhebungen der Wildforschungsstelle ist der Dachs in ganz Baden-Württemberg verbreitet. Er besiedelt alle Naturräume und kommt auch in den Hochlagen der Mittelgebirge vor. Im Jahr 1991 betrug die durchschnittliche Anzahl befahrener Baue 0,5 pro 100 ha bejagbarer Fläche, bzw. 1,1 Baue pro 100 ha Wald. Die höchsten Siedlungsdichten wurden im voralpinen Hügel- und Moorland festgestellt. In dieser naturräumlichen Region lag die Anzahl befahrener Baue bei 1,0 pro 100 ha Gesamtfläche, bzw. 5,6 pro 100 ha Wald. Geringere Siedlungsdichten (0,1 bis 0,2 befahrene Baue pro 100 ha Jagdfläche) wurden dagegen im Mittleren bis Nördlichen Oberrheintiefland festgestellt. Im Durchschnitt bewohnten im Sommer 3 Dachse (1 - 8) einen Bau. Für Dachsbaue mit Nachwuchs lag die Jungenzahl bei durchschnittlich 2,8 (1 - 5). Die Verkehrsverluste lagen im Jahr 1991 auf den untersuchten Flächen mit 0,13 Dachsen pro 100 ha höher als die Jagdstrecke. Diese, wie die übrigen Verluste, werden aber offenbar verkraftet. Der stetige Anstieg der Dachspopulation wäre sonst nicht möglich gewesen.

Siehe auch

    Zur Entwicklung der Jagdstrecke und zur Verbreitung siehe Jagdbericht Baden-Württemberg

    WFS-Mitteilung 1/2001: Zur Bestandessituation des Dachses in Baden-Württemberg

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